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Jan Felix May eröffnet die Roxy-Reihe Laborphase

Komplexe Instrumentals zwischen Rock und Jazz: Der Pianist Jan Felix May und seine Band eröffneten die neue Reihe Laborphase im Roxy.

UDO EBERL |

Eine ebenerdige Bühne, Stehlampen und Sessel vom Trödel auf alten Teppichen, eine kleine Bar in der Galerie – das Roxy auf ein gemütliches Wohnzimmer-Format geschrumpft für die „Laborphase“. Diese startete mit Jan Felix May & Band und einem nicht unwichtigen ulmischen Aspekt: Bassist Edu Sabella hat sein Handwerk in der Münsterstadt gelernt und ist für Pianist May ebenso ein Sideman mit hoher Spielkultur wie Gitarrist Lukas Roos und Drummer Julian Camargo.

Der Anspruch des Labors will sein, dass vom Experimental-Pop bis zum Jazz-Crossover alles möglich sein soll. Und ein Crossover war der Sound der May-Truppe wahrlich. Wobei die Fusion-Schublade nicht ausreichte, wenn man auch Bands dieses verrockten Jazz-Genres mehr als nur heraushören konnte. Der Pianist hat sich aber nicht allein mit Jazz und zuletzt mit Klassik von Rachmaninov bis Mahler beschäftigt, er tauchte auch in kernigen Rock oder HipHop ein. All das wurde zusammengefasst, rhythmisch wie harmonisch ineinandergeschoben, durch starke solistische Momente, vor allem vom Gitarristen, verknüpft und durch reichlich Spielkultur und beste Technik überhaupt erst möglich.

May, der sich Anfang 2016 als Solist und mit Band bei der Jazzwoche Burghausen gleich zwei Nachwuchs-Preise erspielt hat, zeigte sein Talent weniger mit der schnellen linken Hand oder rockwärts orientierter Stakkato-Power, sondern in den befriedeten harmonischen Fenstern zwischen aller Rasanz und Break-Gewittern. Im Fluss der Melodien, in der Zartheit lag die wahre Stärke der Kompositionen und chemischen Prozesse, wenn auch oftmals nur an- und nicht ausgespielt. Und in der konträr gedachten und gefühlten Durchwirkung von scheinbar vorgezeichneten Bildern. Seine „Sophie Marceau“ war eben keine im schöngeistigen Zauber der Melodien ertränkte Grazie, sondern eine quietschlebendige Synthie-Schönheit mit anarchischem Geist. Am Ende gab’s im gut besuchten Labor reichlich Beifall für die junge Truppe, und so langsam fiel auch vom 23-jährigen Tasten-Laboranten endlich die Hochspannung ab, die ihn durch das komplexe Werk getragen hatte.  Udo Eberl

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