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Kochkurs: „Radieschen sehen lustig aus“

Ein integrativer Kochkurs für Frauen dient auch zum Kennenlernen der Kultur: bei Kässpätzle und Gaisburger Marsch.

BEATE STORZ |

Liebe geht durch den Magen. Integration auch. Wer im Gastland das isst, was die Einheimischen essen, ist integriert. Und wer sich für die Speisen der Neuangekommenen interessiert und diese ausprobiert, gibt sich weltoffen. Im Rahmen eines städtischen Integrationskurses fand nun auf Privatinitiative ein geselliger Abend für integratives Kochen statt.

Zehn Frauen aus Asien, Togo, Nigeria, Syrien, Irak und Palästina lernen zusammen Deutsch und bereiten sich auf die erste Sprachprüfung im Juni vor. Da ist der Kochabend eine willkommene Abwechslung zum Lernen. Unter dem Motto „Ich spreche und koche Deutsch“ kochten die zehn Frauen zwei Menüs. Unter der Regie von Ute Steinle agierte die Käsespätzle-mit-Röstzwiebeln-Gruppe, die Frauen um Evi Haydt kümmerten sich um einen Gaisburger Marsch.

Am Schluss saßen alle beisammen und probierten erstmals die Schwäbische Hausmannskost. Die Sprache unter den Frauen war Deutsch, auch wenn sie eine gemeinsame Sprache sprechen oder gar miteinander verwandt sind. Die Idee hatte Arabi Hend. Die 24-Jährige stammt aus Syrien und ist seit zwei Jahren in Deutschland. Sie sagt: „Wir lernen nicht nur die Sprache, sondern auch viel über die deutsche Kultur. Unsere Kursleiterin Sophie war mit uns schon im Museum und in der Bibliothek. Ich wollte von ihr wissen, was man denn hier isst.“

Sophie Bischofberger gibt mit Ulrike Schulz die Integrationskurse. Bischofberger ist in Tunesien geboren und in Frankreich aufgewachsen, seit über 30 Jahren lebt sie in Deutschland.

Sie hat sich vor drei Jahren im Lernhaus der Frauen zur Kulturmittlerin ausbilden lassen. „Ich kenne die arabische Welt sehr gut und kann die Frauen nicht nur sprachlich verstehen. Das ist wichtig. Zur Kultur gehört auch das Essen. Deshalb habe ich die Idee von Arabi Hend gerne aufgegriffen.“ Die Familienbildungsstätte stellte ihre Küche zur Verfügung, und Ute Steinle und Evi Haydt erklärten sich bereit, mit den Frauen Schwäbisch zu kochen. Für Steinle war es das erste Mal, dass sie anderen Kochen beibringt. Haydt ist in der Integrationarbeit in Langenau aktiv.

Die Zutaten mussten die Teilnehmerinnen selbst kaufen. „Wir haben die Zutatenliste mit den Frauen abgesprochen und sie zum Einkaufen geschickt. Auch das ist ein Lernprozess, dass sie die richtige Mehlsorte kaufen“, erklärt Bischofberger. Durch den Integrationskurs haben sich die Frauen miteinander angefreundet, das gemeinsame Kochen und Essen rundet die Gemeinschaft der Gruppe ab

Ebtisam Malla ist 34 Jahre. Sie ist mit zwei Töchtern nach Deutschland gekommen. „Lauch und Sellerie kannte ich nicht. Die restlichen Zutaten sind mir bekannt.“ Die Irakerin Nawal Al Ali, seit zwei Jahren hier, hat zum Kochabend ihre Nichte dabei. „Es ist für mich eine neue Erfahrung in der Gruppe zu kochen – und dann etwas Deutsches.“

Besser eine Ausbildung machen

Mawushie Naneh aus Togo hat Radieschen ins Herz geschlossen: „Das sieht ja richtig lustig aus!“ Alle sind voll des Lobes über ihre Kursleiterin Sophie Bischofberger. „Sie macht so viel mit uns und ist auch sehr streng. Bei ihr lernt man viel“, lobt Arabi Hend. Sie will nicht nur bis zum hohen Sprachlevel B 2 weitermachen, sondern strebt auch einen deutschen Schulabschluss an. Die anderen wollen ins Berufsleben und Geld verdienen. Dazu Bischofberger: „Besser wäre es, wenn die Frauen eine Ausbildung absolvieren, dazu müssten sie aber den B 2 abgeschlossen haben.“

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