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Jessica & Vanessa Porter: Schläge im Münster

Das Percussion-Duo Jessica & Vanessa Porter führt im Münster Schlagwerke nach Musik von Abe, Bach, Ravel auf.

BURKHARD SCHÄFER |

Das altehrwürdige Münster hat im Laufe seiner mehr als 600-jährigen Geschichte schon viele Musikstile vernommen. Reine Schlagwerkklänge waren im weiten Kirchenschiff bislang aber weniger zu hören. Und so hatte der Auftritt des Duos Jessica & Vanessa Porter mitten im sakralen Herzen der Stadt fast schon Seltenheitswert.

Die Geschwister zählen zur Weltspitze ihrer Zunft – und genau das haben sie eine buchstäblich geschlagene Stunde lang mit einem ebenso kurzweiligen wie hochkarätigen Programm bewiesen, das am Schluss mit Avner Dormans „Udacrep Akubrad“ auf einen kalkulierten Höhepunkt hinauslief. Dieses von östlicher Musik inspirierte Stück verlangt seinen Interpreten nicht nur rein technisch alles ab, es spielt auch auf der ganzen „Klaviatur“ der Schlaginstrumente: Marimba, Darbuka und Tom-Tom. Fliegender Instrumenten- und Schlägelwechsel gehört zur Performance des Duos und unterstreicht die Virtuosität dieses feinmotorischen Klang-Sports auch rein optisch höchst eindrucksvoll.

Zwei mal zwei mal zwei Schlägel

Begonnen hatte das Konzert eher ruhig mit „Memories of the Seashore II“ von Keiko Abe, einem faszinierenden japanischen Klang-„Aquarell“, das den Hörer einspinnt. Dann Bach: Fantasie und Fuge a-Moll, klare Kontrapunktik pur, das perfekte Gegenbild zu Abes weich gezeichneter Meeresküste. Im wahrsten Sinne des Wortes rund ging es in David Friedmans und Dave Samuels’ „Carousel“, das wie ein Perpetuum Mobile keinen Anfang und kein Ende kennt und abrupt zum Stehen kommt. „Octabones“ von Ady Morag, das, wie sein Name andeutet, acht Schlägel erfordert, zwei in jeder Hand, ist ein Hauptwerk für Marimba. Die Schwestern verwandelten sich dafür quasi in einen Oktopus – stark!

Das raffinierteste Stück des Abends dürfte aber doch Ravels „Alborada del Gracioso“ gewesen sein. Kongenial zauberten die „Porter-Sisters“ hunderte von Farbschattierungen aus diesem Werk heraus. Ganz anders dann „Libertango“ von Astor Piazzolla, zu dem Vanessa Porter die Cajón schlug. Dass man sogar auch Mondlicht mit Percussions evozieren kann, bewies das Duo mit „Claire de Lune“ von Debussy. Wunderbar! Burkhard Schäfer

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