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Ganz schön bunt

Seit 1. Mai führt Marché Regie in den Wilhelma-Restaurants. Eine Mitarbeiterin hat das Essen mit ihrer Familie getestet.

VON NADJA OTTERBACH |

Wer wie wir, die Otterbach-Krauses, einen Vormittag lang durch die Wilhelma spaziert, ein Dutzend Affen beim Grimassenschneiden beobachtet und auf sämtlichen Spielplätzen Halt macht, braucht spätestens oben am Schaubauernhof einen neuen Energieschub. Meinem Sohn Oscar (5) brennen die Fußsohlen, meine Tochter Lilli (2,5) sagt: „Ich will nach Hause.“ Was sie eigentlich ausdrücken will: „Ich habe Hunger.“

Das trifft sich gut, denn wir wollen heute testen, was die neue Gastronomie im Stuttgarter Zoo  hergibt. Das Schweizer Unternehmen Marché International hat zum 1. Mai die Regie in den drei Wilhelma-Restaurants übernommen und wirbt damit, besonders familienfreundlich zu sein. Auf die Teller sollen frische und regionale Zutaten kommen, gekocht und angerichtet wird live.

Mein erster Eindruck: Ganz schön bunt hier! In Holzkisten stapeln sich Zwiebeln, Kartoffeln und anderes Gemüse, daneben türmen sich Orangen. Ein Mitarbeiter presst Saft in ein Glas. Lavendelsträuße stehen hinter rustikalem Bauernbrot, an der Salatbar wächst Kresse aus Teigwürfeln.

Kids-Menü plus Überraschung

Die vegetarische Insel sticht besonders ins Auge. Ein Farbenmeer, pur und frisch, das Appetit macht. Auf meinem Teller landen Kohlraby-Curry, Buttermöhren und gebackene Kartoffeln mit Rosmarin, daneben Salat: Spinat mit Chili, Reis mit Lauchzwiebeln und Champignons, Spargel und Erdbeeren. 8,90 Euro dafür finde ich fair. Meine Kinder ignorieren die gesunde Kost und schielen stattdessen auf Frittiertes. 5,90 Euro bezahlen wir fürs Kids-Menü, das ein Gericht, ein Glas Apfelsaft und eine Überraschung beinhaltet. Lilli und Oscar müssen nicht lange überlegen. Spätzle, Nudeln oder Pommes? Pommes natürlich! Ich höre einen Jubelschrei. „Danke, Mama!“ Weil Grillsachen nicht inklusive sind, sie sich dazu aber eine Scheibe Fleischkäse wünschen, ordern wir noch was extra (4,50 Euro). Günstig ist das am Ende nicht, aber es schmeckt ihnen richtig gut. Sie verputzen beides bis zum letzten Krümel. Und mein Sohn ist nicht mehr ganz so enttäuscht über die Überraschung. Er hatte mit einer kleinen Spielfigur gerechnet, stattdessen aber ein Malset bekommen.

Mein Mann beobachtet eine Mitarbeiterin dabei, wie sie einen Schweizer Klassiker in einem Pfännchen anrichtet. Rösti mit Spiegelei, Bratwurst und Leberkäse. Es duftet hinter der Glastheke, und er greift zu (12,90 Euro). Sein Urteil: „Mmmmmh.“

Die meisten Kinder um uns herum schaufeln sich Pommes in den Mund. Das Mädchen hinter uns isst Pasta mit Tomatensoße (5,90 Euro). „Original italienisch, echt gut“, findet die Oma, die es wissen muss. Sie habe selbst jahrelang ein Lokal geführt, erzählt sie. Einziger Minuspunkt: „Die Nudeln sind zu kalt.“

Marktflair herrscht auch im Haupt-Restaurant am Wilhelma-Theater. Kinder können hier zusätzlich im Rahmen des Kids-Menü Griesbrei bestellen, außerdem gibt es Gegrilltes wie Schweinenackensteak (10,90 Euro) und Schwäbisches wie Maultaschen, Linsen mit Spätzle oder Gaisburger Marsch (6,50 und 8,90 Euro). Die Desserts sehen verführerisch aus, wir würden gern alles probieren, von Schokoladen-Erdnuss-Gugl bis zum Erdbeer-Joghurt-Glas (1,90 Euro). Nach und nach sollen die Speisekarten erweitert werden und die Lokale ein neues Gesicht bekommen, verrät uns eine freundliche Mitarbeiterin auf Nachfrage.

Saisonal und regional

Im Café Belvedere sollen italiensche Spezialitäten die Hauptrolle spielen, am Schaubauernhof setzen die Schweizer künftig auf saisonale und regionale Marktküche. Das größte der Wilhelma-Restaurants soll bis Frühjahr 2019 saniert sein. Bilder zeigen, wie das ganze einmal aussehen soll: ein bisschen wie der Amazonas-Regenwald. Oscar sieht sich die Poster an und sagt:  „Hauptsache, es gibt Pommes.“

Fazit: Marché hat einen tollen Start hingelegt. Die Produkte wirken sehr frisch und werden ansprechend präsentiert. Volle Punktzahl für die vegetarische Insel. Das Angebot an warmen Gerichten ist noch ausbaufähig, entsprechende Pläne scheint es ja bereits zu geben. Freuen würde ich mich auch über ein paar kreative Ideen fürs Kids-Menü – damit Oscar und Co. nicht automatisch zu Pommes greifen.

In zehn Ländern vertreten  

Sanierung Marché wird die Restaurants in der Wilhelma grundlegend sanieren – rund sieben Millionen Euro sollen dafür investiert werden. Der Vertrag für den neuen Pächter läuft zunächst über 15 Jahre.   Marché-Mövenpick-Restaurants gibt es bereits im Tierpark Berlin, in den Zoos Leipzig und Magdeburg sowie im Tierpark Hellabrunn in München. Das vielfach ausgezeichnete Schweizer Unternehmen ist auf drei Kontinenten in zehn Ländern vertreten. Das erste Marché-Restaurant eröffnete 1983 in der Stuttgarter Königstraße. nad

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