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Königin Elizabeth II. plaudert über die Last der Krone

Königin Elizabeth II. meidet gewöhnlich die Medien. Doch zu ihrem 65. Krönungsjubiläum hat sie der BBC ein Interview gegeben, das am Sonntagabend gesendet wird.

HENDRIK BEBBER |

Sie ist 91 und wohl die bekannteste Frau der Welt, obwohl sie eigentlich eine völlig nichts sagende Persönlichkeit ist. In ihrer sechs Jahrzehnte währenden Herrschaft hat Queen Elizabeth II. nie ein Interview gegeben. Nun bricht sie mit ihrem Prinzip. In einer Dokumentation der BBC plaudert sie mit dem Hofreporter über ihre Krönung am 2. Juni 1953. Und erzählt von der Last der Krone.

„Ich habe eine Krönung mit angesehen und war die Empfängerin einer anderen, was wohl ziemlich bemerkenswert ist“, sagt die Queen in der Sendung, die am 14. Januar in Großbritannien, den USA und Australien ausgestrahlt wird. Damit hofft die BBC, den Bombenerfolg der Netflix-Serie „The Crown“ zu übertrumpfen, in der Claire Foy die Rolle der Königin spielt.

Fünf Pfund auf dem Kopf

Auf Gefühlsausbrüche der Claire-Foy-Queen wie „recht oder schlecht, die Krone ist auf mir gelandet“, kann man in der BBC-Dokumentation nicht hoffen. Stattdessen gibt  Elizabeth II. eine äußerst sachkundige Einführung in die Geschichte der Kronjuwelen.

Sie besitzt unzählige Hüte, aber der einzige Kopfschmuck, den sie wiederholt aufsetzt, ist die Imperiale Staatskrone mit dem größten geschliffenen Diamanten der Welt, umgeben von fast 3000 Perlen, Rubinen Saphiren und anderen Edelsteinen.

Das Hauptobjekt der Geschichtslektion der Queen ist jedoch die andere Krone – die, die sie nur einmal getragen hat: die Krone des Heiligen Eduard, die britischen Monarchen seit dem 13. Jahrhundert zur Krönung aufgesetzt wird.

Genau genommen ist es eine Kopie des Originals. Das hatten Puritaner 1649 während des englischen Bürgerkrieges eingeschmolzen. Die Neufassung war wegen des Gewichts von fast fünf Pfund bei den Monarchen nicht besonders beliebt, weshalb sie sich bei der Krönung lieber die leichtere Imperiale Staatskrone aufsetzten.

Pflichtbewusst, wie sie nun einmal ist, hatte die Queen jedoch für ihre Krönung das traditionelle Symbol der britischen Monarchie gewählt. Sie musste nicht extra geändert werden, „denn mein Vater und ich haben glücklicherweise die gleiche Kopfform“.

Sie scherzt, dass sie die imperiale Staatskrone nicht oft genug tragen kann: „Die Perlen darin sind nicht besonders glücklich. Schließlich sind sie lebendige Dinge, die Wärme brauchen.“

Die Krone zwingt sie dazu, bei ihrer alljährlichen Tonrede zur Eröffnung des Parlaments starr nach vorne zu blicken. „Wenn ich den Kopf neigen würde, könnte mir das Gewicht des Genick brechen“, sagt sie und lächelt. „So haben Kronen gewisse Nachteile, aber sie sind dennoch wichtig.“

In der Dokumentation erinnert sich die Queen an weitere Unannehmlichkeiten während der Krönung. Schwer belastet von der goldgewebten Robe mit den vielen Edelsteinen, musste sie den langen Weg durch die Westminster Abtei praktisch schlurfen, weil der Teppichflor ihren Schritt hemmte. Die Fahrt in der goldenen Staatskutsche war eine einzige Tortur: „Es war einfach schrecklich. Die Federung bestand damals nur aus Lederbändern und es war sehr unbequem.“

Um die trockenen Kommentare der Queen anzureichern, lässt die BBC lebende Zeitzeugen der Krönung zu Wort kommen.  Darunter ist eine Ehrenjungfer, die bei der Zeremonie vor innerer Bewegung in Ohnmacht fiel. Auch ein damals zwölfjähriger Chorknabe kommt zu Wort. Er war der Held des Tages, weil ihm als einzigem im Chor nicht vor Aufregung die Stimme brach und er praktisch ein Solo hinlegte.

Beim Blättern im Fotoalbum zur Krönung lächelt die Königin, als sie ein Bild anschaut, das den damals vierjährigen Prinz Charles zeigt, der mit seiner kleinen Schwester Anne unter der Krönungsrobe Verstecken spielt. Ihr Kommentar war dann wieder typisch Elizabeth II. „Sie hätten das eigentlich nicht tun dürfen“, sagt sie – und lächelt.

Keine persönlichen Äußerungen

Die BBC kann sich jetzt rühmen, das erste und bislang einzige Interview mit Queen Elizabeth II. geführt zu haben. Wobei es kein Interview im journalistischen Sinne ist. Die Queen bestimmt, worüber sie redet, nicht die Frager. Normalerweise gibt Elizabeth II. nichts von ihren persönlichen Gefühlen und Ansichten preis.

Andere Royals sind nicht so zurückhaltend. Von Prinzessin Diana und deren Söhnen William und Harry sind freimütige Äußerungen bekannt. Nur ihre Tochter Prinzessin Anne hält sich die Journalisten vom Leibe. Berühmt ist ihre Bemerkung zu Hofreportern: „Verpisst euch!“ beb

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